Tipps von Einheimischen
Elias-Erbstollen (Úsilné)
Autem 12 min
Der Elias-Stollen ist eine technische Spur der Silberbergwerke bei Rudolfov und zeigt, welch großes Problem unterirdisches Wasser für die Bergleute war. Den drei Kilometer langen Gang trieben sie fast zweihundert Jahre, um überflutete Gruben zu entwässern. Die Gruben gingen schließlich ein, doch Wasser aus dem Stollen diente Jahrhunderte später als Trinkwasser für Budweis.
Der Elias-Erbstollen in Úsilné ist ein drei Kilometer langer Gang unter dem Dorf, begonnen am 20. Juli 1574, um überflutete Silbergruben bei Rudolfov zu entwässern. Er rettete sie nicht: fertiggestellt wurde er, als der Abbau ohnehin zurückging. Dafür floss dreieinhalb Jahrhunderte später Trinkwasser nach České Budějovice. Die ersten 350 Meter sind mit Führer begehbar, nach telefonischer Absprache.
Praktische Angaben
- Autem 12 min
- Öffnungszeiten: bez pevné otevírací doby — jen na předchozí telefonické objednání
Vor Ort
Die Führung führt unter dem bebauten Dorfteil zum vierten Wetterschacht und weiter geht es nicht und wird es nicht: in erforschten Abschnitten unsicherer Untergrund, Brüche und Verbrüche. An den Wänden sind Handarbeitsspuren gut lesbar: der Gang ist nicht glatt, regelmäßige Rillen von Schlägel und Eisen, jede von einem Schlag. Am Boden fließt Wasser ab, genau das, wofür der ganze Gang entstand. Am Eingang steht ein Brunnen mit einem Esel, Symbol der Gemeinde Úsilné.
Die Rillen sieht man am besten an unverputzten Abschnitten, wenn man sie mit der Taschenlampe unter spitzem Winkel anleuchtet. Bemerkenswert ist die einfache Rechnung: drei Kilometer in zweihundert Jahren machen im Schnitt knapp fünfzehn Meter im Jahr, und das noch mit langen Phasen ohne Vortrieb. (Dieser Durchschnitt ist aus Länge und Vortriebsdauer gerechnet, keine Quellenangabe.)