
Budweis legends
Geschichten, die in České Budějovice seit Jahrhunderten erzählt werden — über Türme, Plätze, Klöster und Orte, an denen Sie täglich vorbeigehen. Zu jeder Sage finden Sie auch, was die Quellen sagen. Und bei manchen eine Version ohne Ausschmückung.
Alle 25 Sagen
Von der Eisernen Jungfrau bis zum Irrenden Stein — Geschichten, die zu České Budějovice gehören.
Der steinerne Drache und der steinerne Frosch
An der Außenwand der Kirche Mariä Opferung am Piaristenplatz in České Budějovice sitzen zwei steinerne Ungeheuer. Der Legende nach kamen sie nicht zufällig dorthin: Der Drache bewachte einst das Tor eines Jagdschlösschens, der Frosch saß über dem Tor eines Schlosses, in dem jahrelang ein Mädchen gefangen gehalten wurde, das jemand in einer Novembernacht im Mantel gebracht hatte, ohne je zu sagen warum. Es ist die Gründungslegende von České Budějovice.

Die mutige Nonne
Drei Diebe drangen nachts in die Klosterkirche in České Budějovice ein, um den Marienschatz zu rauben. Eine Nonne, die dort allein kniete, schloss sie schließlich in der Sakristei ein und läutete um Hilfe. Der Legende nach wurden ihre Abbilder zu den drei Steingesichtern, die noch heute an der Fassade der Solnice am Piaristenplatz zu sehen sind.

Ondřej Puklice von Vztuhy
Am 25. Mai 1467 schleppten Aufrührer den Bürgermeister Ondřej Puklice von Vztuhy aus einem Haus am Budweiser Markt und schlugen ihn. Er starb über sechs Tage. Was in jenem Haus geschah, schrieb sein Sohn Jan nieder, der mit dem Vater in der Kammer eingeschlossen war. Die meisten Einzelheiten in diesem Kapitel sind daher kein Erzählen, sondern Zeugnis.

Der Irrstein
Im Pflaster des Přemysl-Otakar-II.-Platzes in České Budějovice, ein Stück vom Samsonbrunnen Richtung Hotel Zvon, liegt ein Stein mit einem eingemeißelten Kreuz. Dem Aberglauben nach verliert, wer ihn nach neun Uhr abends unabsichtlich überschreitet, die Orientierung in der Stadt und findet den Weg nicht, bis die Nacht vorbei ist. Unter diesem Aberglauben liegt eine echte Massenhinrichtung von zehn jungen Männern.

Der Wassermann
Zu Kindern, die bei Doubravice bei České Budějovice spielten, kam ein unbekannter Mann mit einer geschnitzten Flöte und begann zu spielen. Sie folgten ihm wie verzaubert. Ein Junge blieb stehen und sah, wie sich am Teich das Wasser teilte und wieder schloss. Es ist derselbe Stoff wie der Rattenfänger von Hameln, nur mit anderem Ende.

Šimon Plachý, Stadtschreiber
Am 31. Januar 1611 ergab sich das gut befestigte České Budějovice ohne Kampf. Es genügte, dass ein Kutscher die Kutsche auf der Zugbrücke des Prager Tors so anhielt, dass es nicht mehr geschlossen werden konnte. Der Stadtschreiber Šimon Plachý von Třebnice, der die Öffnung des Tors amtlich beaufsichtigte, wurde an jenem Morgen erschossen.

Ondřej Kodelík, Stadtschreiber
1614 tagte wegen der Pest in Prag der Landtag in České Budějovice, und die Stadt empfing König Matthias mit Anna von Tirol. Die lateinische Begrüßungsrede hielt der Stadtschreiber Kodelík. Die Legende fügte diesem historischen Ereignis die Geschichte eines Findelkindes hinzu, das nicht wusste, wer seine Eltern waren.

Verrat über Verrat
Im Frühjahr 1619 lag das Ständeheer vor České Budějovice, und ein Offizier innerhalb der Mauern wollte die Stadt übergeben. Eine Frau verriet die Verschwörung. Am 7. Mai 1619 wurde Hauptmann Weisbach in Budweis hingerichtet. Das ist keine Legende; es ist ein belegtes Ereignis, das die Legende später mit Namen und einer Nacht umhüllte.

Die Bäckerei Zu den Kapuzinern
Das Kapuzinerkloster in der Kněžská-Straße in České Budějovice brauchte den benachbarten Hof, und der Bäcker wollte nicht verkaufen. Erst als nach seinem Tod seine Witwe im Sterben lag, kam ein Priester aus der Nachbarschaft, um den letzten Willen zu hören. Der Legende nach legte er dann die Hand unter ihr Kissen.

Der kopflose Reiter
Durch die Budweiser Gassen soll nachts ein Pferd mit einem Reiter ohne Kopf geritten sein. Einmal folgte ihm jemand. Er führte ihn die Kanovnická-Straße, die heutige Hroznová und die Krajinská-Straße entlang bis in die Durchfahrt eines Gasthofs, wo sich zeigte, was es wirklich war. Diese Legende widerlegt ihr eigenes Gespenst.

Bummerin
Bummerin ist die größte Glocke am Schwarzen Turm in České Budějovice. Der Legende nach fand sie kein Glockengießer, sondern ein entlaufenes Schwein, das auf der Weide bei Lišov die Erde aufscharrte. Die Leute von Lišov stellten fest, dass ihr Turm sie nicht tragen würde, und verkauften sie nach Budweis für drei kleine Glocken und so viele Silbermünzen, dass man damit die ganze Straße hätte pflastern können.

Das Gespenst im Vorratshaus
In der Militärbäckerei an der Ecke Pražská-Straße und Pekárenská-Straße in České Budějovice soll nachts die Weiße Frau erschienen sein. Einmal nahm sie den Bäcker an der Hand und führte ihn zu einer Tür, die niemand kannte. Er kam nicht bis dorthin.

Der Schatz
An den Tomkův-Wald bei Roudné nahe České Budějovice knüpft eine Legende vom Schatz. Ein reicher Besitzer soll ihn haben verstecken lassen und die Leute, die ihm halfen, umbringen lassen. Am Palmsonntag erscheint über jener Stelle ein Gewehrlauf. Wer zum Schatz geht, muss hin und zurück schweigen.

Das geheimnisvolle Fass
In einem Haus in der Česká-Straße in České Budějovice ertönte jede Nacht um elf aus dem Flur dasselbe Geräusch: als rolle jemand ein Fass die Treppe in den Keller und schütte dort Geld heraus. Niemand hat das Fass je gesehen.

Der Leichenwagen
Auf dem Platz zwischen Schwarzem Turm und Dekanat in České Budějovice, den man Obstmarkt nannte, soll der städtische Leichenwagen gestanden haben. Man erzählte, er setze sich zwischen elf und Mitternacht von allein in Bewegung. Ein Budweiser Schneider wollte mitfahren.

Das Gespenst im Veit-Hof
Der Veit-Hof stand in der Prager Vorstadt von České Budějovice, hinter der Kirche St. Prokop und St. Johannes der Täufer. Der Besitzer übernachtete einmal dort, um sich von der Ehrlichkeit des Gesindes zu überzeugen. Die Tür, die er abgeschlossen hatte, öffnete sich nachts von allein.

Die Preußen in Budweis
Am 29. September 1744 erreichten die Preußen České Budějovice, und die Stadt ergab sich am nächsten Tag. Zurückerobern kam Baron Trenck mit seinen Panduren, einer Truppe, die Maria Theresia aus Leuten zusammengestellt hatte, die niemand sonst wollte. Der entscheidende Angriff fand in der Nacht vom 21. auf den 22. Oktober 1744 statt.

Die Vertreibung der Juden aus Budweis
In der Judengasse, der heutigen Straße U Černé věže in České Budějovice, lebte seit dem 14. Jahrhundert eine jüdische Gemeinde mit Synagoge und eigenem Rabbiner. 1505 wurde sie einer Sache beschuldigt, die nie geschehen war. Bis März 1506 hörte sie auf zu existieren. Das ist keine Legende.

Die Eiserne Jungfrau
An der Ecke Zátkovo nábřeží und Biskupská-Straße in České Budějovice steht ein Wehrturm, den man Eiserne Jungfrau nennt. Der Legende nach fand darin 1420 ein Geheimgericht über einen Mann statt, der der Stadt auf dem Turm drei vereinbarte Lichter für die Hussiten anzünden sollte. Der Turm hatte damals einen anderen Namen.
Ohne BeschönigungHlavní verze sleduje, jak se zrada odhalila. Tahle jde s Prokopem od dveří kobky až nahoru do soudní síně a nevynechá nic z toho, co bylo mezi tím.
Der Meineid am Pranger
Auf dem Přemysl-Otakar-II.-Platz in České Budějovice stand zweihundert Jahre lang ein Pranger, und man stellte Lügner und Meineidige dorthin. Der Legende nach schleppte eines Morgens ein durchgehendes Pferd einen Mann heran, der am Tag zuvor vor dem ganzen Stadtrat eine Lüge beschworen hatte. Es blieb genau bei jenem Stein stehen.
Ohne BeschönigungHlavní verze je o soudu, o dívce a o dobrém jméně. Tahle je o posledních minutách jednoho muže a o tom, co při nich dělali sousedé.
Das Haus Zum toten Bäcker
In der Krajinská-Straße Nr. 17 in České Budějovice steht ein Haus, das man Zum toten Bäcker nannte. Der Legende nach begrub man hier einst die einzige Tochter des Bäckers, und der Totengräber kehrte nachts zurück, um den Schmuck zu holen, den man ihr mitgegeben hatte. Der Verlobungsring hielt fest, also zog er ein Messer.
Ohne BeschönigungHlavní verze končí tím, jak dům přišel ke svému jménu. Tahle zůstane s dívkou ve chvíli, kdy hrobař uteče a ona se probudí pod víkem.
Der Alp (můra)
Der Alp war nach dem Volksglauben ein lebendiger Mensch, aus dem nachts die Seele austritt. Er setzte sich Schlafenden auf die Brust, würgte sie und nahm winzige Gestalten an, etwa ein Strohhalm. In Budweis erzählte man zwei Geschichten von ihm: eine vom Schuster und seinem Gesellen, die andere vom Müllerburschen in der Mühle.
Ohne BeschönigungHlavní verze vypráví, co mistr našel na tovaryšově hrudi. Tahle zůstane v posteli s tovaryšem, který je vzhůru a nemůže se pohnout.
Der schwarze Hund
Zwischen der St.-Nikolaus-Kathedrale und dem Dekanat in České Budějovice lag einst ein Friedhof, und darüber führte der kürzeste Weg von der Kněžská-Straße zum Platz. Einer Nacht lief eine Witwe dort entlang um Medizin für ihre sterbende Tochter. Bei der Kapelle trat ihr ein großer schwarzer Hund in den Weg und legte ihr die Pfoten auf die Schultern.
Ohne BeschönigungObvykle se vypráví jako historka o strašidelném psovi. Tady jde o ženu, které doma umírá dcera a která neví, kolik času jí zbývá.
Es werden mehr sein
Přemysl Otakar II. soll versprochen haben, ein Kloster dort zu gründen, wo ihn die Nachricht von der Geburt eines Kindes ereilt. Der Bote holte ihn auf einer Wiese zwischen Moldau und Maltsch ein, wo damals nichts stand. Der Legende nach rief der König dort drei Worte, aus denen der Name von České Budějovice entstand.

Das Bild, das die Schweden und die Pest anhielt
Am Altar der Kirche Mariä Opferung am Piaristenplatz in České Budějovice hing jahrhundertelang ein Marienbild. Der Legende nach wehrte es die Schweden ab, hielt die Pest auf und überstand den großen Brand von 1641. Es hält einen wesentlichen Teil der Budweiser Legenden zusammen.

During a stay in České Budweis
Sagen ergänzen Ausflugstipps und Geschichten der Orte. Ideale Lektüre vor einem Abendspaziergang durch die Stadt.